Cristiane Olivier: Die Söhne des Orest
Im Zeitalter der Lebensabschnittspartner und der sogenannten Alleinerziehenden wachsen immer mehr Kinder nur mit der Mutter auf. Christine Olivier schlägt Alarm: Die Fehler der vaterlosen Gesellschaft von heute werden zum Problem von morgen.
Das Buch beschreibt im ersten und zweiten Kapitel einzigartig klar in einem kulturellem Abriß das wechselnde Vaterbild vor dem Hintergrund der zivilisierten Geschichte, angefangen mit der Antike. Das unumschränkte Patriarchat der Römer und Hellenen, sichtbar z.B. in der Macht des Vaters das Kind durch Benennen anzunehmen, wurde durch die christliche Ehe nicht nur zum Nachteil aller institutionalisiert. Die freie und unauflösliche Ehe loeste das Konkubinat ab, regelte die Erbfolge und wurde Keimzelle des Fortschritt unserer Gesellschaft. Der Humanismus wertet das Kind erstmals als Mensch auf und die Renaissance mit Rousseau´s Emilie die Mutter. Beginnend mit dem 19. Jahrhundert, begann mit der industriellen Revolution ein beschleunigte Abstieg der Väter, um heute nach dem Tod des mythischen Vaters (Religion) in der vollkommenen Machtlosigkeit der Vaeter zu enden.
Die Mutter ist noch immer wie im Rom die certa, aber wer ist der Vater? Wie einige Psychoanalytiker sagen und Feministinnen gerne aufgreifen, der den die Mutter durch Benennen in einer Art von neuerlichem Matriarchat als Vater annimmt? Wozu ist er gut? Was ist überhaupt ein Vater? Das Buch stellt kluge Fragen, die sich jeder Vater heute stellen sollte, und hilft bei deren Beantwortung.
Christiane Olivier: Ein Vater ist der, der ein Kind zeugt und es liebt.
Die Mutter Staat macht es aber dem mütterlichen Egoismus leicht, so schreibt sie, die Vaterliebe als patriarchalisch und veraltet abzuqualifizieren. Christiane Olivier stellt die Bedeutung des biologischen Vaters dar, begründet in seiner Rolle bei Vererbung, während Schwangerschaft, Geburt und der frühen Jahre und zusätzlich zu seiner Rolle in der weiteren Entwicklung in welcher der Vater mit der Mutter das Gleis Kontinuität schafft, das es dem Kind ermöglicht vorwärts zu fahren. Eine Schiene kann die andere nicht ersetzen nur Vater und Mutter zusammen steuern die Entwicklung des Kindes.
Christiane Olivier spricht sich gegen den androgynen Vater aus. Der Vater ist für sie die Nicht-Mutter im frühen Dreieck der Beziehung. Väter schützen das Kind so von der symbiothischen Mutter-Kind Beziehung. Der Vater ist für das Mädchen die Versicherung frei zu sein, weil er jemand ist, der ihren Weg nicht kennt den er nie gegangen ist. Das Mädchen muß nach Andr'e Greene ein anderes Objekt finden das ein anders Geschlecht hat als die Mutter. Der Vater ermöglicht dem Jungen hingegen sich von der infantilen Fixierung auf die übermächtigen Mutter zu lösen.
Warum wird nach Christiane Olivier der "Verhinderte Vater" abgehalten Vater zu sein?
Die vaterlose Gesellschaft ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, beklagt bei Freud und vielen anderen danach. Das Oberhaupt der neuen "Familie" ist heute nach Christiane Olivier eine "Vatermutter" die glaubt mit dem Staat ohne Vater auskommen. Die "Enthauptung der Familie" hat das Gleichgewicht bei der Erziehung zerstört. In der ausschließliche Macht, die sich die Mutter anmaßt, sieht Christiane Olivier die Basis einer gewalttätigen menschenfeindlichen Gesellschaft mit in ihrer ödipalen Entwicklung steckengebliebenen Söhnen und Töchtern.
Ich wollte ich hätte dieses Buch früher gelesen.
Karin Jäckel: Der gebrauchte Mann.Abgeliebt
und abgezockt -
Väter nach der Trennung
Bemerkenswert ist aber an diesem Buch vor allem folgendes, 20 Jahre
nach 1977, der Einführung des Zerruettungsprinzip im Scheidungsrecht" ergreift
hier eine Frau für die Männer Partei". Dieser Satz findet sich fast identisch in
der Buchklappe von "Die Kinder des Orest" der französischen Psychoanalytikerin
Christiane Olivier, die wissenschaftlich über Kinder ohne Väter schreibt.
Christiane Olivier beschreibt das warum, Karin Jäckel das was.
Frauen müssen diese Bücher schreiben, da anscheinend Männer rechtlos und nicht mehr glaubwürdig sind. Wie die rechtlosen Juden im Mittelalter brauchen die Väter den Schutzherrn (Pardon Frau) und können nicht mehr für ihre eigenen Rechte eintreten. Wie die Juden im dritten Reich, fürchten sie abgeholt und entsorgt zu werden und hoffen, daß es sie nicht trifft, wenn sie sich wohlverhalten. Zitat Karin Jäckel: "Wer den modernen Amazonenkrieg aufmerksam mitverfolgt, muß sich fragen, ob das, was in schlimmsten Zeiten die Juden waren beziehungsweise vielerorts die Asylanten, für die Frauen von heute nun die Männer sind".
Dieses Buch erhebt nicht den Anspruch einer wissenschaftliche Analyse, zeigt aber anhand von Fallbeispielen und neuesten soziologischen und psychologischen Untersuchungen die Realität des Geschlechterkampfes, dessen Auswirkungen auf die Kindererziehung und unsere Gesellschaft. Zitat Karin Jäckel: "Mit dieser Diffamierung der Männer hat der berechtigte Schrein nach Gleichberechtigung der Geschlechter spätestens seit Mitte der90er Jahre gesellschaftlich zersetzende menschenverachtende Züge angenommen."(S. 265)
Kein Klischee der veröffentlichten Meinung, oft unbesehen von der
Vaeterbewegung übernommen, bleibt heil. Ein Scherbenhaufen aus zerschlagenen
Stereotypen und Wunschlügen, die tagtäglich auf uns einprasseln. Das Buch kann
jedem (bewegten) Vater empfohlen werden, der noch vom Patriarchat plappert wo
doch der Zug schon längst in Richtung Matriarchat abgefahren ist. Zitat Karin
Jäckel: "Männer und Frauen sind dabei von einer größenwahnsinnig gewordenen
Minderheit in diese Richtung hin manipuliert zu werden. In Verkennung der
Tatsache, daß Feministinnen Frauen aber Frauen nicht zwingend Feministinnen sind
wird, das feministische Feindbild zum Feindbild aller Frauen erklärt". "Genug
ist erst unter dem Motto <
Eigentlich wollte ich einen Verriß schreiben, das Buch ist mir eben oft zu sehr durch Einzelfälle belegte Meinung, zu unstrukturiert, aber der Verriß ist mir nicht gelungen.
Dafür aber dieses Buch.